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 Tutorial: Umbauanleitung Regler GT 650 auf „Fremdfabrikate"

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Wolf359



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BeitragThema: Tutorial: Umbauanleitung Regler GT 650 auf „Fremdfabrikate"   Sa Aug 21, 2010 2:28 pm

Dank Sven gibt es nun eine Möglichkeit bei Problemen mit dem Regler eine Dauerhaftlösung zu finden,

Danke für die Mühe und die gute Anleitung


Der Regler der Hyosung, vor allem der der ersten Baujahre, ist elektrisch nicht besonders stabil. Dies äußert sich dahingehend, dass beim Starten des Motorrades der Anlasser abstirbt. Mit etwas Glück bekommt man durch mehrmaliges Betätigen des Starterknopfes dann doch irgendwann den Anlasser in Rotation versetzt und den Motor gestartet.
Dies ist nun der Zeitpunkt, mal ein Voltmeter in die Hand zu nehmen und die Ruhespannung der Batterie sowie die Ladespannung zu messen.
Um unverfälschte Werte der Ruhespannung zu erhalten, misst man direkt an den Batteriepolen, nachdem die GT/GV eine Nacht gestanden hat. Messwerte unter 12,5 Volt liefern ernste Alarmzeichen, dass der Energiespeicher während der Fahrt nicht mehr ordentlich geladen wird.
Ebenfalls an den Batteriepolen wird die Ladespannung gemessen. Da Ihr vermutlich keine drei Hände habt, zuerst mit einem Draht o. ä. den Kupplungshebel gezogen am Lenker „festtüteln“ (wegen der Startverriegelung). Dann die Messkabel des Voltmeters an die Anschlüsse der Batterie. Beim Einschalten der Zündung werdet Ihr feststellen, dass die Spannung um 0,2 Volt oder mehr absinkt. Dies ist ebenfalls ein Zeichen zu geringer Kapazität der Batterie, da das bisschen Bordnetz, im Wesentlichen die Zündung und ein paar Kontrollleuchten, eigentlich nicht die Belastung darstellen. Nun die GT/GV starten. Bei einem guten Regler liegt im Leerlauf die Ladespannung zwischen 12,8 und 13,5 Volt, mit zunehmender Drehzahl, so ab 3000 U/min und mehr, müsst Ihr dann schon zwischen 13,6 und 14,5 Volt messen.
Liegen die gemessenen Werte deutlich unter den aufgeführten, die Reparaturanleitung spricht von einer Ladespannung zwischen 13,5 und 15 Volt, oder nimmt die Ladespannung mit zunehmender Drehzahl sogar ab, bei mir von 12,5 auf 12,1 Volt, so ist der Regler tot. Gleiches gilt für Spannungen deutlich über 14,5 Volt, da Ihr in diesem Fall Überspannungen auf das Bordnetz bekommt, die die Batterie „explodieren“ lassen und u. U. die CDI oder weitere Bauteile zerstören.
Der Zeitpunkt für den Austausch des Reglers ist da.

Anmerkung: Die Naked besitzt eine sog. Impulssteuereinheit. Sie hat mit der Ladeanlage nichts am Hut. Sie ist einzig und allein nur dafür da, die Zündimpulse in ein Signal für den Drehzahlmesser zu verwandeln und den Schaltimpuls für das Hauptscheinwerferrelais zu geben. Wenn hier also alles funktioniert, ist diesbezüglich kein Eingriff nötig, auch wenn die im Werkstatthandbuch angegebenen Wiederstandswerte nicht erreicht werden. Ach so, die S und R-Typen besitzen dieses Bauteil nicht. Sie erledigen die Aufgabe u.a. über die Elektronik des Tachos.

Da dies bei mir nun schon der 3. abgeschossene Regler war und mir 120,00 Euro für das Ersatzteil einfach zu viel Geld sind, habe ich nach Alternativen gesucht.
Nach ein wenig Recherche im Netz war klar, nahezu alle Regler aller modernen leistungsfähigen Motorräder kam in Frage. Aufgrund des Gerüchts, die Hyo wäre ein SV 650-Duplikat, war für mich grundsätzlich der SV-Regler erste Wahl. Und siehe, bis zum Typ K 2 sieht der Regler sogar zum Verwechseln ähnlich. Nach ein wenig Recherche im SV-Forum war klar, dass die gleichen Probleme bis zum Typ K2 exisitieren. Nur teure Nachbauten scheinen „standhaft“ zu funktionieren. Keine wesentlichen Probleme sind dagegen bei den SV’s ab Baujahr 2003 bekannt. Daher habe ich mich für den offenbar elektrisch stabileren Regler der K3 ab Bj. 2003 entschieden. Er unterscheidet sich in der Form des Kühlkörpers und der elektrischen Anschlüsse, er besitzt 7 Anschlussdrähte, die Vorgängertypen haben 5 Anschlussdrähte wie bei der Hyo und er ist für eine Lichtmaschinenleistung von ca. 300 Watt ausgelegt. Also perfekt für unsere GT/GV geeignet.
Nach ein wenig Suche im Netz war klar, der von mir bevorzugte Regler ist ab 40 Euro aufwärts als Gebrauchtteil zu bekommen.

Folgende Teile werden für den Umbau benötigt:
- 1 Regler SV 650/1000 ab Bj. 2003 (Regler mit 7 Anschlussdrähten),
- 2 Farben – rot u. schwarz – Kfz.-Litze 1,5 mm²,
- 1 Lötkabelschuh mit 6 mm Loch,
- Schrumpfschlauch,
- Isolierschlauch,
- 1 Stck. Aluminiumblech 3 mm stark,
- Schrauben M6 u. 1 selbstsichernde Mutter M6,
- Kleines Werkzeug, Voltmeter und Lötutensilien,

Vorbereitungen:
- linke Sitzbankverkleidung abbauen,
- Batterie abklemmen,
- alten Regler ausbauen und elektrisch trennen
- vorsichtshalber Leerlaufspannung der Lichmaschine messen und mit Sollwerten prüfen (wenn die nicht stimmen ist hier schon Ende und ihr müsst in die Werke);

Regler vorbereiten und einbauen;
- vom alten Regler die Formstücke der Stecker abziehen (geht mit einem Feinmechanikerschraubendreher gut, indem die Arretierungen entriegelt werden und die Kontakte nach hinten heraus gezogen werden)
- vom SV-Regler den 3-poligen Stecker gleichfalls wie vom SV-Regler abziehen,
- die frei werdenden Steckerkontakte wie auf Bild 1 vorbereiten und in das Originalformstück der Hyo einstecken (die rechteckigen Laschen einfach durch hin- und herbiegen abbrechen);

- vom SV-Regler den Stecker mit den 4 Kabeln abschneiden,
- diese Kabel mit einem Messer abisolieren und die jeweils gleichfarbigen Drähte miteinander verbinden (schw/r mit schw/r und schw/gr mit schw/gr);
- an sw/rt Anschlussdrähte ca. 40 cm Kfz-Kabel Rot anlöten und mit Schrumpfschlauch isolieren,
- an sw/gr Anschlussdrähte ebenfalls ca. 40 cm Kfz-Kabel Schwarz anlöten und mit Schrumpfschlauch isolieren, Bild 0,

- Blech wie auf Bild 2 herstellen und einbauen

- Regler wie auf Bild 3 einbauen, 1 Senkkopfschraube, 2 Maschinenschrauben und die linke Schraube mit einer selbstsichernden Mutter festziehen, die übrigen Schrauben mit Loctite Schraubensicherung blau behandeln,


elektrische Verschaltung:
- zuerst das angelötete schwarze Kabel mit Isolierschlauch überziehen, zur Batterie an den Minuspol verlegen und so ablängen, dass wie auf Bild 4 der 6-mm-Kabelschuh angelötet werden kann (ein Stück Schrumpfschlauch als „Überzieher“ nicht vergessen), Bild 4

- das rote angelötete Kabel zu den Sicherungen verlegen und mit „Strapsen“ befestigen, Bild 5

- am Sicherungskasten die 30 A-Sicherung ziehen und das stromlose Kabel ausmessen, Bild 6,

- dieses Kabel aus dem Stecker vom Sicherungskasten heraus ziehen (wie vor geschrieben, Sicherungsstift mit Feinmechanikerschraubendreher zurückdrücken), Bild 7,

- den Kabelstecker unmittelbar dahinter abschneiden,
- das rote Kabel vom Regler mit dem Abgeschnittenen verbinden, verlöten, mit Schrumpfschlauch isolieren und längenmäßig so einpassen, dass es ordnungsgemäß wieder am Sicherungskasten angeklemmt werden kann,
- am Ende des roten Kabels einen neuen Kabelschuh montieren, nach Möglichkeit die Kontaktstelle mit verlöten,
- das Kabel wieder am Stecker für den Sicherungskasten anbringen und am Sicherungskasten einstecken,

Da ich kein Freund vom Abschneiden irgendwelcher Bordnetzkabel bin, sofern dazu kein zwingender Grund besteht, verbleibt der originale Regleranschluss zum Bordnetz im Moped. Er muss aber elektrisch gegen Kurzschluss gesichert werden. Dazu habe ich das vom Originalregler enfernte Steckergehäuse genutzt (Bild Cool.

So, nun noch die 30 A-Sicherung wieder einstecken, das Moped starten und die Ladespannung messen. Wenn alles richtig gemacht wurde, sollten so zwischen 13,8 und 14,5 Volt an der Batterie in Abhängigkeit von der Drehzahl, der Belastung und dem Ladezustand der Batterie gemessen werden.

Funzt alles, dann die linke Seitenverkleidung wieder anbauen und sich der Lösung freuen.

Alles in allem habe ich so 2 Stunden ohne Hetzerei gebraucht, um den Regler einzubauen.

Zusätzlich hat mich die Neugierde getrieben. In Bild 9 seht ihr den zerlegten, defekten Hyoregler. Oben rechts ist eine durchgebrannte Zehnerdiode zu sehen.


Viel Spass beim Einbauen. Ich fahre die Lösung nun seit ca. 3 Wochen ohne Probleme. Daher habe ich auch keine Bedenken, euch meine Lösung zu präsentieren.

Grüße Sven

_________________
„Der Tod lächelt uns alle an, das einzige was man machen kann ist zurücklächeln!“
„Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird, zu leben.“

beide
Marcus Aurelius

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Zuletzt von derAndere am Mo Aug 23, 2010 8:51 am bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet (Grund : festgepinnt...)
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